Der „Vater“ des Kottmarsdorfer Friseurmuseums ist voller Ideen, seit er in seinem Urlaub die Westernstadt „El Dorado“ bei Templin besucht hat. Zwar haben ihn die Shows mit Cowboys und Indianern begeistert, auf die Idee einer Zusammenarbeit mit den dortigen Veranstaltern hat ihn aber etwas anderes gebracht: „Ein noch originalgetreu erhaltener Friseursalon aus dem Jahr 1890“, schwärmt der Neugersdorfer und gesteht, dass er beim Anblick schon so etwas wie Neid verspürt habe.
6000Exponate des Handwerks

Dabei ist sein Friseurmuseum in Kottmarsdorf für Fachleute eine wahre Fundgrube. Lück behauptet, dort einen Querschnitt sämtlichen Handwerkszeuges und der Ausstattung aller Friseurgenerationen des 20.Jahrhunderts bewahrt zu haben. Immerhin umfasst seine Sammlung etwa 6000Exponate. Allerdings finden vor allem ältere Besucher hier den Bezug zu ihrer Kindheit oder Jugend.
Es wäre immer wieder schön zu sehen, wie sie sich erinnern, sagt er – zum Beispiel wie sie widerwillig im Kinderstuhl von 1960 ruhig halten mussten, bis ihre Haartracht geschoren war oder auch wie stolz sie ihre erste Heißwelle zur Schau getragen haben.
Regelmäßig treffen sich in Kottmarsdorf auch angehende Friseure, die hier vom Meister persönlich drei Stunden in die Historie ihres Berufsstandes entführt werden. Doch 2000Gäste im Jahr, das ist Ulrich Lück eine zu spärliche Besucherauslese. Deshalb klappert er derzeit ganz wild auch in der Region, um die Templiner Westernstadt noch anderen Organisatoren schmackhaft zu machen. Er könnte sich zum Beispiel einen Planwagen aus Templin mit entsprechenden Statisten im Eibauer Bierumzug vorstellen oder auch bei Karaseks Familienspaß. Mit den Organisatoren dieser Großveranstaltungen muss er noch Kontakt aufnehmen, sagt Ulrich Lück. Er könne sich durch die Mitwirkung der Statisten der Westernstadt aber schon ein Mehr an Attraktivität vorstellen, gesteht er. „Schließlich kommen Cowboys und Indianer vor allem bei den Kindern gut an.“ Und mehr junge Besucher wünscht sich der Friseurmeister für sein Museum. Mit ganz neuen Ideen will er Kinder und Familien anlocken.
Zunächst einmal verspricht er jedem, der sein Museum besucht demnächst auch Informationen zur Westernstadt sowie die Möglichkeit, sich das Treiben dort auf einer DVD anzuschauen.
Mit der Werbung für Templin will Lück natürlich auch für sein Friseurmuseum punkten. Derzeit strickt er deshalb an einem Konzept, wie sich mit dem dortigen Organisator Doc wechselnde Ausstellungen organisieren lassen. Wer weiß, vielleicht kann man sich demnächst ja im Kottmarsdorfer Friseurmuseum einmal ganz auf altmodisch schminken, frisieren und fotografieren lassen – ganz ähnlich wie in der Westernstadt, die dem Friseurmeister und einstigen -ausbilder Ulrich Lück derzeit den Schlaf raubt.
Friseurmuseum: 035875/ 67718; geöffnet: Dibis Fr 10 bis 16 und Sa/So 13 bis 16Uhr
http://www.kottmarsdorf.de/friseur/friseur.htm