Neue Technik für Brötchen aus Eibau

Der Umzug von Uwe Berndts Bäckerei verlief reibungslos. Nur auf eine Maschine aus Italien wartet der Chef immer noch.

 

Da kommen die Brötchen raus: Bäckermeister Uwe Berndt (links) in seiner neuen Backstube in Eibau, wo Monteur Rainer Wolfrum die gerade gelieferte Brötchenanlage erklärt.Foto: Matthias Weber

 
Eine Matratze im Büro? Uwe Berndt lacht: „Ja, alles ist noch ein bisschen chaotisch. Immer wieder gab es Nachfragen, da lohnte es sich für mich nicht, mich zu Hause hinzulegen.“ Kein Wunder – der Umzug seiner Bäckerei am Wochenenende war sprichwörtlich eine Nacht- und Nebelaktion. „Am Sonnabend haben wir noch in der alten Backstube gebacken, am Sonntagabend schon hier in den neuen Räumen“, sagt Uwe Berndt.

Von den alten Räumen im Wohnhaus in der Weberstraße zog er um in den Kleeblattmarkt neben dem Volksbad. Die ehemalige Plus-Kaufhalle hatte der Eibauer Bäckermeister vor gut einem Jahr gekauft, nachdem sie jahrelang leer gestanden hatte. Er holte wieder einen Lebensmittelladen in die Räume, vermietet eine Ladenfläche an einen Fleischer und unterhält selbst eine Filiale im Gebäude. Jetzt hat er den letzten Schritt gemacht und ist mit seiner Bäckerei hierher gezogen. In der alten Bäckerei wurde es allmählich zu eng. 450000Euro investierte der Eibauer in den letzten Monaten in die neue Backstube. Außerdem wurde an- und umgebaut. Dafür hat Uwe Berndt regionale Firmen beschäftigt. „Ich bin mit allen sehr zufrieden.“ Viel Wert legte er auch auf Energierückgewinnung. So wird zum Beispiel die Abwärme vom Backen in einem Pufferspeicher gespeichert und erwärmt das Wasser in den Mitarbeiterduschen. Zur neuen Technik gehören auch eine Brötchenanlage, die Teiglinge herstellt und eine hochmoderne Lüftungsanlage.

Die war Uwe Berndt besonders wichtig, weil sie die Mehlstaubbelastung erheblich verringert. Die Arbeitsbedingungen für seine Mitarbeiter zu verbessern, war ein Beweggrund weshalb er die Halle kaufte und hierher umzog. So kann er ihnen jetzt einen richtigen Pausenraum bieten. „Dafür hatten wir vorher gar keinen Platz.“ Acht Bäcker beschäftigt Uwe Berndt, hinzu kommen die Verkäuferinnen in den fünf Filialen. Dank der neuen Bäckerei, die ungefähr dreimal so groß ist wie die alte, könnte er nun auch weitere Filialen übernehmen, wenn es sich ergibt. „Jetzt haben wir die Kapazität, das alles produzieren zu können. Das wäre vorher nicht denkbar gewesen.“

Der Umzug einer ganzen Bäckerei ist aber eine logistische Meisterleistung. „Alle haben toll mitgearbeitet. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Geräte aus der alten Backstube wurden ab- und innerhalb weniger Stunden wieder aufgebaut, neue Technik installiert. Eine alte Knetmaschine hat Uwe Berndt zum Beispiel ersetzt. Sie stammte von 1910 und hat bis jetzt durchgehalten. Auf den Schrott wird sie deshalb nicht kommen, sondern einen Ehrenplatz erhalten. „Sie wird nochmal einen Anstrich bekommen und dann will ich sie ausstellen“, sagt Uwe Berndt. Aber das muss warten, bis in der neuen Backstube alles läuft. Denn obwohl der Betrieb starten konnte, wartet der Bäckermeister noch auf eine wichtige Maschine. Ein Mehlsilo soll aus Italien geliefert werden. Die Gegend versank im Schnee und die Firma konnte nicht produzieren. „Wenn das Silo da ist, wird alles wie geplant funtionieren.“

Das können sich Kunden vom Lebensmittelladen sogar anschauen. Durch große Glasscheiben kann man von dort direkt in die Backstube sehen. „Wir wollen zeigen, was wir machen und uns nicht verstecken“, erklärt Uwe Berndt diese Idee. Zurzeit sehen die Kunden hier noch viele Monteure. Wenn aber alle Geräte erst einmal an ihrem richtigen Platz stehen, denkt Uwe Berndt, wird der Blick in die Backstube für Besucher durchaus interessant sein.
Textquelle: www.sz-online.de

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Das Reiterhaus kann weiter offen bleiben

Nachfolge im Museum ist geklärt

 

Das Reiterhaus kann weiter offen bleiben. Zwei Stellen im Bundesfreiwilligendienst schaffte die Stadt dafür.

Zwei Frauen werden ab April Ansprechpartner im Reiterhaus sein. Das sagte Bürgermeister Matthias Lehmann jetzt auf Nachfrage der SZ. Die Stadt hat zwei Stellen im Bundesfreiwilligendienst geschaffen. Eine Neusalza-Sprembergerin und eine Oppacherin besetzen die Stellen und werden ab April im Reiterhaus Öffnungszeiten abdecken sowie Besucher durch das Haus führen. Matthias Lehmann ist froh, dass die Stadt zwei kompetente Bewerberinnen gefunden hat. Beide haben laut Lehmann Erfahrung auf dem Gebiet. So leitet eine der beiden Frauen bereits Führungen in der Kottmarsdorfer Windmühle.

Weiterhin wird auch der Verein der Kultur- und Heimatfreunde die Arbeit im Museum fachlich begleiten und zum Beispiel Sonderausstellungen in dem über 350Jahre alten Haus vorbereiten. Derzeit ist bis Mitte Mai die Schau „Malerei und Poesie“ mit Werken von Lothar Hofmann aus Sohland/Spree zu sehen. Drei weitere Sonderausstellungen sind 2012 geplant.

Bisher war unklar, wie Führungen und Öffnungszeiten im Museum abgedeckt werden können, wenn die beiden geförderten Stellen der derzeitigen Mitarbeiter Ende März zu Ende gehen (SZ berichtete). Die Stadt hatte zunächst die Variante vorgesehen, dass sich der Verein Kultur- und Heimatfreunde mit seinen Mitgliedern darum kümmert. Schließlich ergab sich aber doch die Möglichkeit über den Bundesfreiwilligendienst zwei Stellen zu schaffen. Sie sind jetzt auf anderthalb Jahre befristet. Laut Bürgermeister Matthias Lehmann besteht aber die Möglichkeit, dass auch nach dieser Zeit Mitarbeiter über den Bundesfreiwilligendienst hier arbeiten können.

Das Reiterhaus war nicht das einzige Museum mit solchen Problemen. Ein Wechsel steht auch im Schirgiswalder Heimatmuseum bevor. Inge und Johannes Jung betreuten die Einrichtung 18Jahre lang ehrenamtlich und treten aus Altersgründen ab. Sie fanden jetzt eine Nachfolgerin. Eine geschichtsinteressierte Schirgiswalderin übernimmt die Aufgabe. (rok/SZ/ks)

Museum Reiterhaus; geöffnet täglich außer Montag (auch an Feiertagen) von 10 bis 17Uhr
 
Textquelle: www.sz-online.de

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